ARD-Journalist Prof. Dr. Teusch

spricht vom "Ende des Journalismus,

wie wir ihn kannten"

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Letzter Brief von König Ludwig II.

wird erstmals veröffentlicht

 

München (dts Nachrichtenagentur) - Der vermutlich letzte Brief von König Ludwig II. wird erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentiert. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf Peter Gauweiler, der den Brief bei einer Rede im Museum der Könige in Hohenschwangau anlässlich des Geburtstages von Ludwig II. vorstellte. Der Brief sei am 10. Juni 1886 aus Schloss Neuschwanstein von Ludwig II. an seinen Vetter Prinz Ludwig Ferdinand gerichtet worden und vermutlich der letzte eigenhändige Brief des Monarchen.

 

Der Brief konnte durch den Tausch mit einem Angehörigen des Hauses Wittelsbach aus Privat- in Stiftungseigentum überführt werden und sei bisher der Öffentlichkeit nur unvollständig bekannt. Besondere Bedeutung bekomme der Brief laut Gauweiler dadurch, dass er belege, dass der König geistig klar genug war, die ihm drohende Gefahr zu erkennen. Hintergrund: Ludwig II. wurde am 9. Juni 1886 durch die Regierung entmündigt.

 

Am 13. Juni ertrank er im Starnberger See. Die Umstände seines Todes sind nie komplett aufgeklärt worden.                                                   ABBILDUNG König Ludwig II. (über dts Nachrichtenagentur)

 

 

 

Deutschland nimmt zu

Bevölkerung um 978.000 Personen gewachsen

  

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Jahr 2015 ist die Gesamtbevölkerung Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr um 978.000 Personen (1,2 Prozent) gewachsen. Sie lag nach ersten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) am Jahresende bei 82,2 Millionen. Das ist der höchste Bevölkerungszuwachs seit 1992, der damals 700.000 Personen betragen hatte.

 

2014 hatte es einen geringeren Anstieg um 430.000 Personen (0,5 Prozent) gegeben. Die Bevölkerungszunahme im Jahr 2015 resultiert aus einem hohen Wanderungsüberschuss. Die Entwicklung der Bevölkerung ergibt sich zum einen aus den Geburten und Sterbefällen, zum anderen aus den Zu- und Fortzügen.

 

2015 starben 188.000 Personen mehr als geboren wurden. Dieses Geburtendefizit erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr (153.000). Hauptursache für den Zuwachs der Bevölkerungszahl blieb – wie in den vergangenen Jahren – die stark gestiegene Zuwanderung mit einem Überschuss von 1.139.000 Personen 2015 (2014: 550.000).

 

In allen Bundesländern nahm die Bevölkerungszahl zu, besonders in den bevölkerungsreichsten Ländern Nordrhein-Westfalen (227.000 Personen), Baden-Württemberg (163.000) und Bayern (152.000). Bezogen auf die dort lebende Bevölkerung gab es im Vergleich zum Vorjahr stärkere Zunahmen in Baden-Württemberg und Bremen (jeweils 1,5 Prozent) sowie in Berlin, Hamburg und Hessen (jeweils 1,4 Prozent). Sachsen-Anhalt (0,4 Prozent) und Thüringen (0,6 Prozent) hatten die geringsten Zuwächse.

 

Ende 2015 lebten 8,7 Millionen ausländische Staatsbürger in Deutschland (Plus 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) sowie 73,5 Millionen Deutsche (Minus 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Der Ausländeranteil (Zahl der Ausländerinnen und Ausländer je 100 Einwohner) erhöhte sich von 9,3 im Jahr 2014 auf 10,5 im Jahr 2015.

 

 

 

Die "Königin der Flüchtlinge" ist gescheitert 

 

Berlin/Prag/Warschau (hms)  "Krisen-Diplomatie" die nichts bringt: Angela Merkel gestern in Tschechien. Die Kanzlerin versuchte, die dortige Mitte-Links-Regierung unter Ministerpräsident Bohuslav Sobotka davon zu überzeugen, doch einer Flüchtlings-Quote zuzustimmen. Eine Mission, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. "Es ist ein Unding, wenn eine deutsche Politikerin nach Prag kommt und hier Forderungen diktieren will", hieß es in politischen Kreisen der tschechischen Hauptstadt. Die Kanzlerin  konnte sich kein Gehör verschaffen. Merkels "Willkommenspolitik" ärgert die Tschechen, schreibt die "Welt".

 

Ähnlich wird es Angela Merkel wohl heute in Polen ergehen. Auch dort ist die Bereitschaft bei Null, ihr in der Flüchtlingsfrage zu folgen. Das katholische Polen hat Angst vor einer Islamisierung. Die politische Bevölkerung  unterstützt in diesem Punkt die Politik der national-konservativen Regierung von  Ministerpräsidentin Beata Szydio ziemlich eindeutig: "Wir wollen keine Islamisten bei uns im Land", titelt eine Warschauer Zeitung. Das Verhältnis zwischen der polnischen und der deutschen  Regierung wird als "angespannt" bezeichnet. Merkel und Szydio trennen inzwischen Welten.

 

Aber auch im eigenen Land hat Merkel kaum noch Unterstützung für ihre Flüchtlingspolitik. 65 Prozent der Deutschen sind damit wenig oder gar nicht zufrieden  - so der aktuelle DeutschlandTrend.

 

Währenddessen warnt Bulgariens Regierungschef Bojko Borissow, den Merkel ebenfalls treffen will,  vor einer neuen Flüchtlingswelle: "Ich weiß nicht, wie lange wir dem Migrationsdruck an unserer Grenze noch standhalten können", sagte der Ministerpräsident der  "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe).

 

FOTO Angela Merkel über shotshop.com

 

 

Sarrazin hegt Sympathie für Rot-Rot-Grün und lobt die Linkspartei

   

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Ansicht des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) wäre ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis im Land Berlin nicht die schlechteste Wahl. "Politisch und fachlich waren die letzten Jahre der Berliner Landesregierung nicht gerade glanzvoll. Ein Risiko für eine weitere Verschlechterung sehe ich durch Rot-Rot-Grün nicht", sagte Sarrazin dem "Handelsblatt".

 

Vor allem in der Linkspartei sieht Sarrazin einen verlässlichen Partner. Die Zusammenarbeit mit der Linken in seiner Zeit als Finanzsenator im rot-roten Senat von 2002 bis 2009 bezeichnete Sarrazin als "durchweg eher positiv". Bei den Berliner Grünen sei er "etwas unsicher", sagte Sarrazin rückblickend.

 

"Sie hatten damals einige, für die Verhältnisse eines Landesparlaments, herausragende Geister in ihren Reihen, darunter zwei kompetente Finanzpolitiker, daneben aber auch schrecklich verbohrte Ideologen und Chaoten", sagte der heutige Buchautor. Eine rot-rot-grüne Regierung im Land Berlin würde aus Sicht Sarrazins auch auf die Bundesebene ausstrahlen. "Für die Bundes-SPD hätte ein stabiles und

erfolgreiches rot-rot-grünes Bündnis in Berlin eine erhebliche strategische Bedeutung", sagte er.

 

"Schließlich kann sie ja im Bund nicht ewig Juniorpartner der CDU/CSU bleiben, sondern muss auch eine eigene Perspektive als Kanzlerpartei anbieten."

 

FOTO Sarrazin über dts Nachrichtenagentur

 

 

Zivilschutz: Weil wirft CDU Schüren von Ängsten vor

   

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach dem Kabinettsbeschluss eines neuen Konzepts zur "Zivilen Verteidigung" hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor einer "sich selbst überschlagenden Sicherheitsdebatte" gewarnt.

 

In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) sagte Weil, "in allen Zivilschutzkonzepten der vergangenen Jahrzehnte steht drin, dass die Menschen sich bitteschön wappnen mögen. Das ist für sich genommen völlig unspektakulär."

 

Das Thema gewinne aber derzeit deshalb an Bedeutung, "weil CDU und CSU in jüngster Zeit eine derartige Kaskade von Sicherheitsvorschlägen gemacht haben, dass sie die Bürger tatsächlich verunsichert haben". Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) würde hierbei noch mäßigend auf seine eigenen Leute einwirken. "Dabei kann man ihm nur viel Erfolg wünschen", sagte Weil.

 

Der SPD-Landeschef sprach sich gegen Spekulationen über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht aus: "Es gibt keinen sachlichen Grund, das Thema anders zu bewerten als bei der Abschaffung vor fünf Jahren."

 

FOTO Ministerpräsident Stephan Weil über dts Nachrichtenagentur

 

 

Umfrage: Mehrheit hält Zivilschutzplan für "Panikmache"

 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Mehrheit der Deutschen hält laut einer Umfrage den neuen Zivilschutzplan der Bundesregierung für übertrieben. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag von N24 haben 53 Prozent der Befragten angegeben, die Bevorratungsempfehlung für "Panikmache" zu halten, 44 Prozent gaben an, darin eine "verantwortungsvolle Vorsorge für den Katastrophenfall" zu sehen. Am ehesten befürchten die Deutschen noch einen Terrorangriff auf die Wasser- oder Stromversorgung - 56 Prozent der Befragten können sich ein solches Szenario vorstellen.

 

Eine Naturkatastrophe halten 43 Prozent der Deutschen für wahrscheinlich, einen militärischen Angriffs auf Deutschland nur 13 Prozent. 18 Prozent der Befragten halten keines dieser Szenarien für realistisch.

 

 

FOTO über dts Nachrichtenagentur

Türkei-Streit: SPD fordert Bundeswehr-Abzug aus Incirlik

 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD fordert den Abzug der Bundeswehr von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik. Grund dafür ist die Weigerung türkischer Behörden, den Besuch von deutschen Parlamentariern zuzulassen: "Wenn der Besuch bei den Soldaten nicht möglich gemacht wird, ist eine Verlängerung des Mandats ausgeschlossen", sagte der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Das Mandat für den Einsatz läuft noch bis Dezember diesen Jahres.

 

Die in Incirlik stationierten Kampfjets sollen die US-geführte Allianz im Kampf gegen die radikal-sunnitische Miliz "Islamischer Staat" unterstützen. Die Türkei hatte zunächst den Besuch von Verteidigungsstaatssekretärs Ralf Brauksiepe und anschließend eine Medienreise untersagt. Auch ein Besuch des Verteidigungsausschusses wurde abgelehnt.

 

Grund für die Verweigerung sind anhaltende Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei um die Armenien-Resolution des Bundestages. Eine Verlängerung des Mandats wäre nur mit Stimmen der SPD möglich.

 

 

Aktiv genießen

Aktiver Genuss mit Wandern, Radeln, Golfen aber auch Kulinarik stehen im Kärntner Spätsommer im Mittelpunkt. In Kärnten dauert der Sommer länger und lädt zum Baden in warmen Seen, zum aktiven Genießen mit Wandern, Golfen, Radeln, "Magischen Momenten" und mit einzigartigen kulinarischen Festen -  Bitte lesen Sie mehr

 

 

Drei Tage Kultur pur

Vom 26. bis 28. August feiert Frankfurt sein Museumsuferfest

 

Frankfurt am Main  (pia) Der jährliche Veranstaltungshöhepunkt in Frankfurt ist das Museumsuferfest, das vom 26. bis 28. August stattfindet. Oberbürgermeister Peter Feldmann: „Eines der größten, hochkarätigsten und vielfältigsten Kulturevents seiner Art, nirgends sonst findet man so ein dichtes Programm, so dass der Besucher am liebsten überall zugleich sein will."  Drei Tage lang präsentieren 22 Museen und 17 Bühnen an beiden Ufern des Mains ein außergewöhnliches und anspruchsvolles Programm. Das Museumsuferfest hat sich als eines der größten Kulturevents Europas etabliert und eine Anziehungskraft weit über Frankfurt hinaus entwickelt. 

 

 

 

Französisches Verwaltungsgericht

kippt Burkini-Verbot

   

Paris (dts Nachrichtenagentur) - Das sogenannte Burkini-Verbot an französischen Stränden bekommt Gegenwind von höchster juristischer Ebene. Der Staatsrat, das oberste französische Verwaltungsgericht, urteilte am Freitag, dass die örtlichen Behörden entsprechende Regelungen nicht erlassen dürften. Ein solches "Burkini-Verbot" sei mit sofortiger Wirkung auszusetzen.

 

Nachdem ein Eilantrag gegen das Verbot vom Verwaltungsgericht in Nizza am Montag zurückgewiesen wurde, waren die klagenden Menschenrechtsorganisationen vor den Staatsrat in Paris gezogen. Von dem Urteil dürfte eine Grundsatzwirkung ausgehen, auch wenn es formal nur für die an der Riviera gelegene Stadt Villeneuve-Loubet gilt.

 

 

STUDIE

AfD zieht vor allem junge Menschen

unter 30 Jahren an

 

Berlin - Die Alternative für Deutschland (AfD) zieht derzeit vor allem Männer, BürgerInnen in den neuen Bundesländern, Personen mit geringer und mittlerer Bildung, ArbeiterInnen und Arbeitslose sowie junge Personen unter 30 Jahren an. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor. DIW-Experte Martin Kroh hat dafür gemeinsam mit Karolina Fetz vom Berliner Institut für Empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität die im SOEP erfragte Parteibindung untersucht.

 

Diese bildet längerfristige Trends in der Unterstützung von Parteien ab und ist nicht mit einer konkreten Wahlabsicht oder -entscheidung zu verwechseln, die auch auf kurzfristigen Einflüssen und Erwägungen beruhen kann. Kroh und Fetz fanden heraus, dass sich das Anhängerprofil der AfD seit der Parteigründung verändert hat. „Die AfD bindet der Befragung zufolge immer mehr frühere NichtwählerInnen und WählerInnen rechtsextremer Parteien an sich sowie Personen, die sich auch tatsächlich als politisch rechts oder sehr rechts verorten. Aber auch aus dem Kreis ehemaliger FDP- oder Linken-WählerInnen gewinnt sie AnhängerInnen“, sagt Fetz. „Zudem scheint sie zunehmend für jüngere Menschen attraktiv zu sein.“

 

Parallel zur Programmatik der AfD veränderte sich die Anhängerschaft

 

Seit 2014 zieht die Partei überproportional oft Menschen an, die erklären, mit der Demokratie in Deutschland unzufrieden zu sein. Auch neigen Personen der AfD zu, die angeben, sich große Sorgen um Zuwanderung, aber auch die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen, die eigene finanzielle Situation sowie die Kriminalität in Deutschland zu machen.

 

Insgesamt deckt sich die veränderte Zusammensetzung der Anhängerschaft mit der programmatischen Veränderung der Partei: Die ursprünglich etwa durch die Ablehnung des Euro und der Eurorettung vorwiegend europakritisch ausgerichtete AfD hat mit ihrem Grundsatzprogramm aus dem Frühjahr 2016 deutlich national-konservativere und auch zuwanderungskritischere Positionen herausgebildet.

 

Den SOEP-Daten zufolge hat sich die AfD verhältnismäßig schnell eine Anhängerschaft aufgebaut: Drei Jahre nach ihrer Gründung geben mehr Menschen an, der AfD zuzuneigen, als es jemals bei Republikanern, DVU oder NPD der Fall war. Demzufolge ist die im SOEP erfragte Parteibindung für die AfD etwa so hoch wie das langfristige Mittel der FDP und etwas unter dem Niveau der Grünen in den 1980er Jahren.

 

Pressemitteilung Pressestelle DIW Berlin (auszugsweise)

 

 

 

f r e i e   m e i n u n g


                      

                            v e r a   

l e n g s f e l d

w.achgut.com/

Maas und die Deutschlandhasser

 

Es gab mal eine Zeit in Deutschland, da kritisierten die Medien mit großem Eifer die Regierung und legten strengste Maßstäbe an, was sich ein Regierungsmitglied erlauben darf und was mit sofortigem Amtsverlust bestraft werden muss. Das habe ich selbst noch miterlebt.

 

Am 3. Januar 1993 trat Wirtschaftsminister und Vizekanzler Jürgen W. Möllemann mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Wirtschaftsminister und auch als Vizekanzler zurück.

 

Was war geschehen?

 

Mit dem offiziellen Briefkopf des Bundesministeriums für Wirtschaft hatte Möllemann mehreren deutschen Handelsketten einen Kunststoffchip, der als Pfandmünze bei Einkaufswagen zum Einsatz kommen sollte, empfohlen. Dieser Chip wurde von der Firma eines angeheirateten Vetters Möllemanns vertrieben.

 

Nach diesem wahrhaft unverzeihlichen Missbrauch des Ministeramtes, übten Medien und Parteien starken öffentlichen Druck auf den Minister aus. Möllemann fiel offensichtlich nicht ein, die Verantwortung für die Briefkopf-Affäre auf seine Mitarbeiter abzuwälzen. Ob ihm das was genützt hätte, wissen wir nicht, denn er zog die Konsequenzen, ohne zu versuchen, sich der inzwischen zum Politiker-Standard gewordenen Ausrede zu bedienen.

 

Ob Mölli heute von oben das Treiben seiner Politikerkollegen beobachtet und sich wundert, wie sanft und nachsichtig die Medien mit viel krasseren Verfehlungen umgehen?

 

Da versorgt sich Parlamentspräsident Norbert Lammert mit Luxusfüllern aus seiner Büropauschale und lässt die betreffenden Akten vernichten, um sich und zahlreiche Bundestagsabgeordnete vor der Entdeckung zu schützen. Das wird gemeldet, aber Konsequenzen werden keine gefordert. In drei Tagen wird die mehr als peinliche Selbstbedienung vergessen sein. Die Frage, was Politiker wert sind, die den Staatshaushalt zum Selbstbedienungsladen umfunktioniert haben, wird nicht gestellt.

Justizminister Mass, der weder unsere Verfassung zu kennen scheint, noch sich um Recht und Gesetz schert, unliebsame Generalbundesanwälte schon mal feuert, wenn sie ihm widersprechen, darf mit äußerster Nachsicht der längst unkritisch gewordenen Medien rechnen.

 

Sein jüngster Faux-Pas, der ein ausgewachsener Skandal ist, der seinen sofortigen Rücktritt zur Folge haben müsste, hat nur ein leichtes Rauschen im Medienwald verursacht. So schwach das Säuseln auch war, es wurde so inszeniert, dass immer noch etwas Verständnis für das Ministerchen durchdrang.

 

Mass, der eifrige Twitterer, hatte nach einem Konzert gegen „rechts“ in Anklam einer beteiligten linksradikalen Band ausdrücklich gedankt. Was diese Band gesungen hat, war ihm egal. Auch nachdem die Affäre publik wurde, lies er durch eine Sprecherin seines Ministeriums mitteilen, dass er sich „selbstverständlich in keiner Weise jede einzelne Textzeile aller jemals gesungenen Lieder der dort aufgetretenen Musiker zu eigen gemacht“ hätte. Davon wäre er „weit entfernt“.

 

Dagegen bleibe es wichtig, „immer wieder klar zu machen, daß es in unserem Land keine Toleranz für Extremismus und Fremdenfeindlichkeit gibt“.

 

Damit hat Maas das rettende Ufer erreicht. Wer gegen Fremdenfeindlichkeit ist, darf gern „Deutschland verrecke, das wäre wunderbar!“ singen. Und: „Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck!/ Gib mir ein ,Like‘ gegen Deutschland“.

 

Ist das nicht Hate-Speech pur, die der Minister konsequent verfolgt wissen will? Offensichtlich nicht, sondern die maasgerechte Art, gegen Extremismus zu sein.

Im Lied „Staatsgewalt“ der vom Justizminister hochgelobten Band geht es um Gewalt gegen Polizisten. Heute spiele sie es aber nicht mehr auf Konzerten, teilte die Gruppe mit. Es sei ihr „zu platt“ geworden. Ja, haut die Bullen platt wie Stullen! Nein, das singt die Band nicht. Das riefen ihre geistigen Stichwortgeber.

 

Maas kommt mit der lahmen Ausrede davon, nicht er, sondern sein Social-Media-Team hätten das Lob in seinem Namen getwittert. Allein, dass der Mann nicht mal sein Büro im Griff hat, sollte für seinen Rücktritt reichen. In der freien Wirtschaft würde ein solche Inkompetenz keine Minute geduldet.

 

Dagegen scheint bei den Medien nur noch zu zählen, dass Maas die richtige Gesinnung vertritt, jedenfalls in den Augen der meinungsmachenden Eliten.

 

Auf die willigen Helfer, auch bei ehemals bürgerlichen Blättern, kann Maas zählen. Die „Welt“ hat gleich zwei Tendenzjournalisten an den unvermeidlichen Artikel über den Minister gesetzt. Schon die Überschrift zeigt die Tendenz: „Maas dankt Anti-Nazi-Band. Und erntet Unmut“.

 

Im Artikel erfährt man, dass „bei aller Kritik… die Band auch schon für ihren Einsatz gegen rechts ausgezeichnet“ wurde. „Die Linke-Fraktion im Schweriner Landtag nominierte die Gruppe 2013 für den Courage-Preis. Zudem wurde ein Dokumentarfilm über Feine Sahne Fischfilet von der Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern mit 30.000 Euro unterstützt.“

 

So weit sind wir schon: Die lupenreinen Demokraten von der SED-Linken werden als Entlastung angeführt!

 

Der Verfassungsschutz, der die Gruppe 2012 beobachte, hätte das Interesse verloren, schreibt das Blatt. Ist das so, oder bekam er einen diskreten Hinweis von der Politik, dass eine im Kampf gegen rechts ausgezeichnete Gruppe kein politisch-korrektes Beobachtungsobjekt sei?

 

Ich bin sicher Axel Springer würde sich im Grab umdrehen, wenn er erführe, wohin sein stolzes Flaggschiff abgedriftet ist.